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Wie man Facebook nicht nutzen sollte

Neulich habe ich eine Facebook-Strategie für einen meiner Kunden erarbeitet. Das ist nichts ungewöhnliches. Das wollen irgendwie alle auf die eine oder andere Weise.

Aber dieser Kunde war wirklich sehr speziell. Nicht weil er eigenwillige Forderungen stellte oder sowas. Nee, weil er einen sehr sonderbaren Blick auf das Medium “Unternehmensseite auf Facebook” hatte, von dem ich beim besten Willen nicht glaubte, dass es sowas überhaupt gibt.

Was er gemacht hat ist folgendes: Er hat Facebook Posts, die er auf seiner Seite veröffentlicht hatte und die älter als 2 Wochen waren, gelöscht. Seine Begründung: “Weil die ja nicht mehr aktuell sind.” 

Er betrachtete seine Facebook-Seite schlicht und einfach als eine Art Präsentationsseite des Augenblicks, nur relevant für aktuelle Inhalte, ohne jegliche zeitliche Dimension. 

Ich war begeistert. Sowas hatte ich noch nie gehört. Social Media des Augenblicks. Wirklich sehr eigenwillig, aber leider völlig am Ziel vorbei, denn dadurch nahm er sich jede Möglichkeit, im wahrsten Sinne Geschichte zu schreiben.

Keine Chronologie der Ereignisse bedeutet keine Rückbesinnung auf Vergangenes, keine inhaltliche Tiefe der Seite durch fehlende Querverweise, keinen langfristigen Image-Aufbau und kaum SEO-Relevanz.

Also: Bloß nichts löschen. Löschen ist eh ein äußert kritisches Thema im Social Web.

A VIDEO

"Die Macht sitzt beim Nachfrager, nicht mehr beim Anbieter." Unternehmen, auch die kleinen unter ihnen, sollten genau das verinnerlichen, bevor sie anfangen, Social Media einzusetzen

A PHOTO

Abschlussfoto des Lehrgangs “Social Media Management” an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing in München, 16. April 2011.